Arbeitsplätze

An den meisten Tagen ist mein Arbeitsplatz draußen im Freien. Das bringt das Leben als Gästeführer auf dem Felsen so mit sich.

Manchmal springe ich aber immer noch ein, wenn es irgendwelche informationstechnologischen Buschbrände zu löschen gilt. Ich dachte ja, ich hätte im Jahr 2005 dieses Kapitel meines Berufslebens abgeschlossen.

Typischer Fall von denkste.

Heute gibt es mal wieder ein wenig Schneesturm, also keine wißbegierigen Gäste. Diesmal auch keine widerspenstigen Router, Switches oder sonstige Blinkenlights. Stattdessen eine aus dem Ruder gelaufene W*nd*ws-Server-Installation mit 23 Druckern, von denen nur fünf wirklich existieren. Der Rest ist im Laufe der Jahre als Doubletten drübergekleistert worden, frei nach der Devise “Funktioniert irgendwie nicht, also am Besten nochmal installieren”. Örks.

Warum ich das jetzt kapieren soll, weiß ich eigentlich auch nicht so genau. Aber wenn ich es nicht tue, leiden Menschen (manchmal werden die auch Anwender genannt).

Nach einem einstündigen Druckertreiber-Massaker bin ich wieder im Freien. Der Schneesturm ist abgeflaut. Ein paar Offshore-Leute fahren raus zur Baustelle, um sich 60 Meter über der freien Nordsee den hinteren Stoßfänger abzufrieren.

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Aber irgendwas ist ja immer.

Der Weihnachtsmarkt, der Mond und der Nikolaus

Auch hier gibt es einen Weihnachtsmarkt, nur ist der etwas kleiner und mit weniger Gedrängel, als ich das aus den vergangenen Jahren kenne. Ganz so leer, wie es auf diesem Foto scheint, ist es aber auch nicht – das liegt nur an der langen Belichtungszeit.

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Gnädigerweise beschränkt er sich auch auf insgesamt fünf Tage und ich stelle gerade fest, daß ich in den vergangenen fünf Jahren auf dem Festland etwa sechs Monate auf Weihnachtsmärkten verbracht habe. (Und ja, natürlich habe ich da gearbeitet, was dachtet ihr denn? ;-)

Ich gehe weiter in den Südhafen. Alles ruhig, lalelu, nur der liebe Mond schaut zu. Die CTVs sind heute nicht rausgefahren, aber das hat nix mit dem Nikolaus zu tun, sondern mit der Wellenhöhe draußen auf der Windpark-Baustelle. Ab zwei Meter wird es zu gefährlich beim Aussteigen.

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Dann gehe ich nach Hause und an meiner Zimmertür hängt ein Weckmännchen. Hm, deswegen hat also wohl unsere Chefin gefragt, ob die Haustür abgeschlossen ist.

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Nein, ist sie nicht, das macht hier keiner.

Sonntag nachts auf Helgoland

Duty-Free-Shopper gibt es keine mehr, denn das Fährschiff (Singular!) kommt nur noch alle zwei Tage. Die Kneipen schließen um elf und sogar die Inseldisko (Singular!) hat Ruhetag.

Im Frachthafen kommen ein paar Offshore-Schrauber von der Nachtschicht zurück.

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Der Leuchtturm ist die letzte Lightshow für Zen-Mönche oder Langzeit-Gedächtnis-Geschädigte:

Oh, ein Licht!

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(Eins, zwei, drei, vier, fünf…)

Oh, ein Licht!

Liebling…

…die Nachbarn haben wieder ihren Kram im Treppenhaus liegen lassen!

Nebenan residiert eine Bande Offshore-TechnikerInnen (ja, auch Frauen) und entwerfen Hubschrauberlandeplattformen oder sowas.

Manchmal liegt da echt interessantes Gerümpel im Flur. Tolle Profi-Taschen zum Beispiel, neben denen der berühmte Yellow Bag aussieht wie ein Kinderrucksack ;-) …

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