Stolpersteine

Als Fe und ich uns heute mit Proviant für das Wochenende eindecken, liegen Blumen auf der Straße. Denn heute ist es 75 Jahre her, dass die Mitglieder der Helgoländer Widerstandsgruppe verhaftet wurden.

Drei Tage später wurden sie in Cuxhaven von einem Militärgericht zum Tode verurteilt und hingerichtet. Da lag Helgoland schon in Trümmern und die Niederlage Nazi-Deutschlands war nur noch eine Frage von Tagen.

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Der Inselarzt Dr. Kropatscheck notiert in seinem Tagebuch: “In Cuxhaven liegen die Gewehre schon auf der Straße herum. […] Das Kriegsgericht war noch nicht nach Hause gegangen.”

Drei der sechs Stolpersteine liegen auf unserem Einkaufsweg.

Dabei fällt mir wieder ein, dass einige Politiker gerne davon sprechen, dass wir im Krieg gegen das Virus leben.

Na ja.

Endlich und unendlich

Und dann kam er dann doch noch. Der Sommer.

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Die Butterfahrt kam, sah und siegte wie immer. Wenig später die Nordseewoche, der ganze Südhafen lag voller Spaßyachten und in ganz Hamburg konnte man wahrscheinlich tagelang keinen Zahnarzt-Termin kriegen. Da habe ich auch Fotos von gemacht, aber dann ging mein nagelneues Wischophon kaputt und ich habe natürlich alles Gesynce abgestellt. Pech.

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Ist aber nicht so wichtig. Auf der Düne räkeln sich genug Robben, die man auch ganz gut fotografieren kann.

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Auf der Reede liegen die weißen Schiffe und der Flugplatz auf der Düne macht für ein paar Tage einen auf Sylt.

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Mal kommen sie an.

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Mal heben sie ab.

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Am Ende gleicht sich das dann scheinbar alles wieder aus. Nur ziemlich viel brumm-brumm in der Mitte.

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Irgendwann sind sie dann aber alle fertig mit dem punkrocken, Regatta segeln und hin- und herfliegen und es ist Ruhe im Schiff.

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Dann sitze ich abends an der Landungsbrücke und lese. Mal wieder das Tagebuch von Dr. Kropatscheck. Kluger Mann.

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Sonst noch was? Naja,  Fe’s Versetzungsantrag ist endlich durch und ab August wird sie hier als Lehrerin arbeiten (yay!).

Also gibt es einiges zu tun, um eine brauchbare Wohnung zu finden und den Umzug vorzubereiten. Das ist hier alles etwas anders und teilweise auch schwieriger.

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Dazwischen immer wieder das Leben, allerlei Menschen und was sie so alles tun und lassen.

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Immer wieder spannend, immer wieder ein Rätsel. Manchmal frage ich ganz bewusst nicht nach Antworten.

Kein Weg zurück

Seit drei Tagen Sturm, keine Schiffe und auch die Inselflieger haben alle Flüge abgesagt.

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Am Himmel ziehen Wolkenschlösser vorbei, die von Graf Dracula entworfen sein könnten.

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Auf dem Weg zum Südhafen gehe ich in den Sailor’s Shop und kaufe ein Handbier. Im Radio läuft gerade “Kein Weg zurück” von Wolfsheim. Einer der seltenen Augenblicke, in denen der Dudelfunk die passende Musik spielt.

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In der Hafenstraße warten die Baracken gegenüber der Feuerwehr immer noch auf ihre Gentrifizierung.

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Dann gehe ich nach Hause, liege auf dem Bett und lese meinen Kropatscheck weiter.

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Und ich weiß wieder: Wir sind alle Glückskinder, Wolfsheim-Musik hin oder her.