Das fremde Land

Eigentlich ist es nichts Besonderes: Dieses Land besteht aus Erinnerungen und es ist einfach viel Zeit vergangen.

Das Stahlwerk, in dem ich das erste Geld fürs erste Auto verdient habe, ist jetzt ein Industriedenkmal.

Die Kneipe, in der ich das erste Geld mit meinen Kumpels versoff, hat noch das gleiche Schild und die gleiche Fassade, aber drinnen sitzen jetzt alte Männer (wie ich) und schweigen in ihr Bier.

Das Kino hat schon lange geschlossen. Mein Gott, da habe ich mal im Auto geknutscht.

Die Gesternwelt verstellt mir den Blick auf das Heute.

Das fremde Land, dort, wo ich aufgewachsen bin.

Plötzlich

Als vor einem knappen Monat der Container mit den Möbeln ankam, schauten Fe und ich uns an und sagten sowas wie “Jetzt ist erstmal gut mit Reisen und Festland.” Aber dann sind plötzlich alle Pläne Makulatur. Mein Bruder ist erkrankt und es ist keine Bagatelle.

Also nehme ich meinen Rucksack (der eigentlich schon seit drei Tagen gepackt ist) und mache mich mit Fe auf in Richtung Südhafen.

Zufälligerweise ist gerade Sperrmülltag. Das sieht dann so aus:

Nach einer langen Saison geht die “MS Helgoland” zur Inspektion in die Werft und ich klettere in vorletzter Minute an Bord der “Funny Girl”. Eine Bande Schulkinder kichert, als wir uns zum Abschied küssen, aber die Jungs von der Gangway Crew zucken nur die Schultern und murmeln “watt mutt datt mutt”.

Die “Funny Girl” ist ein altes Mädchen, hat zwar im letzten Jahr unter Deck neues Mobiliar bekommen, aber ansonsten ist es ein eher… traditionelles Ambiente an Bord.

Dann kommt die Nordsee, dann Cuxhaven und nach einer unruhigen Nacht im Hotel die Deutsche Bahn und Land, viel Land.

Und am Ende der Reise ein Krankenhaus.

Das ist aber eine andere Geschichte.

Brüder

Meine Brüder waren hier und haben ein paar Freunde mitgebracht. Und jetzt sind sie wieder weg. Seufz.

zwei brueder1

Danke, all ihr Helden, ihr wart die ersten, die den Besuchsversprechen auch Taten folgen ließen ;-).

Und ja, ich weiß, das Photo ist nicht mehr ganz aktuell.