All together now!

Hier fand ich vor sechs Jahren T.. Wir waren seitdem immer gemeinsam hierher zurückgekehrt. Nun war ich zum ersten Mal ohne ihn hier…… .

Der Anfang wie immer – man steht auf einer Straße mitten im hessischen Nirgendwo und wartet auf den Einlass.

Einige sind schon deutlich früher angekommen. Kaffeetassen stehen zwischen den Wagen. Man steigt aus. Ein erstes Hallo, ein Lächeln zu den Nachbarn vor oder hinter einem. Aus manchen Wagen klingt Musik zum Einstimmen. Zwischen den Autos wird gespielt oder auch gequatscht – Austausch von Daten – wie lange man schon steht, woher man kommmt. Zwischendurch – “ach schau mal, du auch hier” – manchmal trifft man Leute, die man hier nicht vermutet hätte, dann wieder die, mit denen wir verabredet sind: “Ahh, hallo” – Küsschen, Umarmung.

Ich mache mich auf den Weg nach vorne, laufe die Schlange entlang. Auf dem Platz sind schon einige von uns und bauen auf.

Eine Zeltstadt entsteht an diesem Tag.

Und auch wir haben in den letzten Jahren unsere eigene Herzbergkultur entwickelt mit Küche und ‘Salon’.

Wir – das ist eine Gruppe von Menschen, deren Kern sich seit Jahren auf dem Herzberg verabredet, – eine Art Familientreffen mit erweitertem Anhang, ein intergenerationelles Projekt – die ältesten von uns jenseits der 60, die jüngsten vier und sechs Jahre, und dazwischen alle anderen Jahrgänge.

Wie bei allen Festivals stehen Konzerte im Vordergrund. Klar – man kann sich mit allen Hippieuntensilien eindecken –

und sich durch etliche Küchen ‘fressen’. Besonders ist aber, dass sich hier viele wichtige Projekte zeigen, überregionale wie regionale.

Es gibt foodsharing, es gibt mentale Beratung. Es gibt Massagen –

und es gibt flake, eine Initiative,

die im Vogelsberg zukunftsweisende Ideen bündeln und Menschen zusammenbringen möchte.

Während ich mich umsah, hörte ich viele Gespräche. Hier ging es nicht um Gas und Putin. Ich hörte, wie Menschen sich erinnerten: Es fehlte nicht nur bei uns ein Mensch. Auch andere hatten wichtige Leute in den letzten Jahren verloren.

Ich hörte Trauer um den Zustand der Welt, die versiegenden Brunnen im hohen Vogelsberg. Ich hörte von Geburten der Enkel.

So hatte es etwas Tröstliches, den alten ‘Institutionen’ des Festivals wieder zu begegnen:

dem langen Mann, der Energiebällchen verkauft,

dem goldenen Mann, der für die Einzigartigkeit jedes Wesens läuft.

Das Kinderland

ist ein Platz mit vielen Bastel-, Werkelmöglichkeiten, einem Musikzelt, einem Spiel- und Lesezelt.

Die Atmosphäre ist entspannt.

Man achtet aufeinander. Es gibt kein Drängeln an Getränkeständen.

Es gibt keinen Müll auf den Wegen. Und lässt einer aus Versehen etwas fallen, gibt es schnell einen anderen, der es aufhebt und zum nächsten Mülleimer trägt.

Ja – es ist möglich, mit tausenden Menschen friedlich und entspannt zu sein.

Und was es an Musik gibt? –

Ach, fast alle Genre sind vertreten – Singer und Songwriter, schwerer Rock, Techno-Artificiels, Folk und Weltmusik, verteilt auf vier Bühnen.

Zuhause

ein letztes Ausklingen lassen….

Es war traurigschön. Ach my old man

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