Spaziergang am Rand der Welt

Gestern morgen hat es in einer Stunde 40 Liter pro Quadratmeter geregnet. Das macht hier aber nichts, die Helgoländer Häuser sind für sowas gebaut. Als dann die Sonne wieder zum Vorschein kam, versank erstmal der Rest der Welt im Nebel.

Nächste Woche bekomme ich Besuch und deswegen laufe ich zur Jugendherberge, um ein Zimmer zu reservieren. An der Ostmole spazieren ein paar Zweibeiner am Rande des Nichts entlang.

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Danach sitze ich am Nordoststrand. Ein Seehund betrachtet mißtrauisch eine Entenfamilie. Wer weiß, ob die nicht den ganzen Fisch wegfressen?

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Dann klettere ich ins Oberland hinauf. Am Brutfelsen ist wieder ein Riesenkrakeel von Hunderten von Lummen und Tölpeln und es riecht recht würzig, ein bißchen nach Fisch und Vogelmist. Oben an der Felskante stehen die Zweibeiner mit ihren Tele-Objektiven und knipsen, was das Zeug hält. Mein Blick wandert vom Felswatt bis zum Horizont mit den Überseefrachtern auf dem Weg nach Hamburg.

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Heute haben wieder Gäste am Ende der Tour gefragt, wie man eigentlich auf die Idee kommt, hierher zu ziehen. Aber da habe ich inzwischen auch eine Antwort parat, die sogar zu einem überwiegenden Anteil auf wahren Begebenheiten beruht ;-) .

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Schönheit am Morgen

Gestern habe ich in alten Fotos gestöbert. Sollte ich vielleicht nicht mehr unbeaufsichtigt tun, denn danach war ich ganz melancholisch. Wie schön wir damals waren, so verwegen und unaufhaltsam!

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Und in Wirklichkeit natürlich auch so planlos, unsicher, selbstgerecht und eitel.

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Aber das fällt mir nur dann ein, wenn ich richtig versuche, mich zu erinnern.

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Wenn ich mich heutzutage nach Schönheit sehne, laufe ich in den Hafen und schaue aufs Meer.

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Ich könnte natürlich noch ein paar Stunden warten und junge Frauen an der Südpromenade begaffen. Örks.